4-Meter-Spiegelträger für ELT-Projekt gegossen

Transport über die Rheinallee vom Hauptwerk in die Rheinwerft
Das ELT-Team von SCHOTT Advanced Optics hat Mitte Mai den 4,25 Meter großen Sekundärspiegelträger (M2) für das Extremely Large Telescope (ELT) gegossen. Die Anforderungen an den Guss waren aufgrund der sehr engen Spezifikation für die Glasqualität extrem hoch. Aus dem viele Tonnen schweren Rohling soll nach dem Schleifen ein fehlerfreier extrem gekrümmter, nur noch 10 Zentimeter dünner und drei Tonnen schwerer Spiegelträger entstehen. „Das ist eine große Herausforderung, denn der M2 wird der größte Konvexspiegel sein, der je hergestellt wurde“, erklärt ELT-Projektleiter Thomas Werner.

Nach dem Transport über die Rheinallee vom Hauptwerk in die Rheinwerft ruht der Spiegelträger nun für mehrere Wochen im Kühlofen. Hier wird das ursprünglich 1.400 Grad heiße Material zunächst für eine erste Qualitätsprüfung auf Raumtemperatur abgekühlt. Nachfolgend wird der Rohling wieder auf zirka 700 Grad aufgeheizt: Bei diesem Temperaturprozess verwandelt sich das Rohglas durch Kristallbildung in ZERODUR® Glaskeramik - der Werkstoff besitzt einen thermischen Ausdehnungskoeffizienten nahe Null und dehnt sich bei Temperaturschwankungen praktisch nicht aus.
The flattened mountaintop of Cerro Armazones
Im nächsten Schritt erfolgt der Transport des Spiegelsubstrats zurück ins Hauptwerk. Auf einer neuen CNC-Bearbeitungsmaschine erfolgt dann das präzise Schleifen des Werkstücks in eine extrem gekrümmte Form nahe der Endgeometrie. Ausgeliefert werden soll der Sekundärspiegel im Januar 2019, um dann seine Reise in Richtung Paris zur Feinpolitur bei der Firma REOSC, einem Unternehmen der SAFRAN Gruppe, anzutreten.